Ich versuche zu rekonstruieren, was nach der grossen Freude, dem ersten Festen und Feiern bis heute in und um meine Küche und mein Zuhause geschehen ist.
Dieser Blick von meinem Arbeitsplatz beflügelte mich vor gut 2 Wochen und liess mich vor Freude jauchzen. Als ich den Abdeckplastik entfernte, die Tür im Arbeitszimmer nach gut 8 Wochen zum ersten mal öffnete, und ich diesen lichtdurchfluteten Raum mit voller Wucht spürte, war der gesammte Ärger und Frust auf einen Schlag weg.

Am Montagmorgen nach der Einweihung war dann aber von einem Ende der Bauarbeiten nichts mehr zu spüren und damit wurde mir schlagartig bewusst, dass meine Batterien leer sind und ich keine Geduld und keine Kraft mehr übrig habe. Als der Elektriker während den kommenden drei Tagen fast alle neu gezogenen Kabel überprüfen, sortieren bzw. sogar nochmals neu einziehen musste, weil sein Kollege alles falsch gemacht hatte und ich laufend irgendwelche Stromunterbrüche aushalten musste und dazu noch diverse Fehlschaltungen entdeckte, war ich komplett entnervt.

Ein Lichtblick war der Deal mit dem Maler. Geplant waren weisse Türrahmen. Dank grosser Überredungskunst meinerseits konnte ich erwirken, dass mir der Maler sie passend zu meinen anderen Tür- und Fensterrahmen gräulich strich.


Mein grosser Spiegel wurde wieder montiert und die Blenden vom Maler passend gestrichen.
Gegen Ende vorletzer Woche konnte ich endlich meine bei den Nachbarn ausgelagerten Balkon-Blumen wieder nach Hause holen…

…und ganz langsam zog Ruhe und Alltag ein. Aus der hellen Küche wird bestimmt bald ein unverzichtbares, gemütliches Plätzchen.

Noch ist nicht alles überstanden. Ab morgen wird noch die Kanalisation erneuert. Das bedeutet für die nächsten drei Tage kein Wasser und ziemlich sicher einiges an Lärm, wenn die Strasse aufgerissen wird.
Ich wünsch mir Ruhe, kein Handwerker der klingelt, nur um mir mitzuteilen, dass er keinen Schlüssel hat für die Haustüre, kein Sanitärinstallateur, der mir mitteilt, dass ich für 2 Stunden kein Warmwasser haben werde. Kein Bauleiter, der nur mal schnell einen Schwatz abhalten will. Keine Nachbarn, die sich erkundigen wie es mir geht. Ich will einfach nur ankommen. Mich mit allem Neuen anfreunden und mich wieder zu Hause fühlen. Noch ist es ein Stück Weg, bis die Heimatlosigkeit und die Ruhelosigkeit überwunden sind. Geduld ist nicht meine Stärke und ich brauche noch etwas Zeit, um anzukommen und mich einzuleben. Wir werden schon noch Freunde — meine Küche und ich. Ganz bestimmt.
Aber jetzt, tretet ein, in mein neues Zuhause.
Hier noch ein Blick ins Bad. Es ist sehr klein und dementsprechend schwierig zu fotografieren.
Mein Küchentisch ist vom Sperrmüll. Bank, Hocker und Tritt* sind Wunschanfertigungen, die mir mein Vater hergestellt hat. Das meiste ist aus Rückwandholz von meinem Einbauschrank. Geplant ist noch ein Schuhschrank. Ein kommodenartiges Schränkchen, welches Schuhe beherbergt und beim Eintreten das Abstellen von Handtasche, Post, Schlüssel und sonstigen Dingen ermöglicht. *Der Tritt ist genial. Hätte ich ihn nicht, ich könnte nur ca. 70% meiner Küchenschränke bewirtschaften…